Bauschutt entsorgen: Kosten, Mulden und Regeln in Österreich

Robin Engelhart • 10.10.2026

Inhaltsverzeichnis

Gelbe Absetzmulde mit sortenreinem Bauschutt vor einem Wohnhaus

Bauschutt entsorgen kostet an der Übernahmestelle 140 Euro je Tonne, gemischter Bauabfall 350 Euro. Welcher der beiden Werte gilt, entscheidet sich auf der Baustelle: Sortenreiner mineralischer Bauschutt liegt am unteren Ende, sobald Holz, Folie oder Dämmwolle dazwischen liegen, wird daraus Baumischabfall und der Preis verdoppelt sich. Im Ressourcenpark Graz sind das 0,14 Euro je Kilogramm gegenüber 0,35 Euro je Kilogramm, nachzulesen im Preisblatt der Holding Graz für 2026.

Dieser Artikel richtet sich an alle, die gerade ein Bad entkernen, einen Keller ausräumen, ein Haus sanieren oder eine Baustelle abschließen und wissen wollen, was der Schutt am Ende kostet. Sie finden hier die aktuellen Tarife, die passende Muldengröße zu Ihrer Menge, einen Rechner für die Schätzung und die rechtlichen Pflichten, die in Österreich ab einer bestimmten Abbruchmasse greifen.

Kurz gefasst

Was als Bauschutt zählt und was nicht

Der Begriff Bauschutt wird im Alltag für alles verwendet, was bei einer Baustelle übrig bleibt. In der Abfallwirtschaft trennt man genauer, und an dieser Trennung hängt der Preis. Als Bauschutt gilt ausschließlich mineralisches Material. Alles andere macht die Fuhre zu Baumischabfall, auch wenn es nur ein kleiner Anteil ist.

Sortenreiner Bauschutt

Baumischabfall

Links sortenreiner mineralischer Bauschutt, rechts Baumischabfall mit Gipskarton und Folie
Links der sortenreine Haufen zum halben Preis, rechts der gemischte Haufen, bei dem die Deponie den höheren Tarif verrechnet.

Die Praxis sieht meistens so aus: Der Schutt wandert in einen Haufen, oben drauf landen der alte Türstock und die Dämmplatte, und damit kostet die gesamte Mulde den Mischtarif. Bei fünf Tonnen Material sind das in Graz 1.750 statt 700 Euro. Zwei getrennte Haufen auf der Baustelle sind damit die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis.

Was die Entsorgung von Bauschutt kostet

Die Gesamtkosten setzen sich aus der Übernahmegebühr nach Gewicht und dem Transport samt Behälter zusammen. Der Altlastenbeitrag ist in beiden Posten bereits eingerechnet, bei Direktanlieferung auf eine Deponie wird er gesondert verrechnet.

Selbst anliefern: der Ressourcenpark Graz

Für kleine Mengen ist die Selbstanlieferung am günstigsten. Der Ressourcenpark in der Sturzgasse 16 nimmt Abfälle aus privaten Haushalten an. Laut Preisblatt gilt ab 1. Jänner 2026:

Die Rechnung dahinter: Ein Kofferraum voll Fliesen wiegt schnell 300 Kilogramm. Mit QR-Code und unter 200 Kilogramm zahlen Sie 7 Euro, darüber 42 Euro. Wer mehrmals fährt, verbraucht außerdem die fünf vergünstigten Einfahrten des Jahres.

Daraus ergibt sich die Faustregel für den Weg: Unter 200 Kilogramm schlägt die Selbstanlieferung jede Mulde. Darüber steigt der Kilopreis so schnell, dass sich ab etwa einem Kubikmeter der Behälter rechnet. Ein Kubikmeter wiegt rund 1,6 Tonnen und kostet an der Übernahmestelle allein schon über 220 Euro, ungefähr so viel wie eine komplette 3-m³-Mulde samt Anlieferung und Abholung.

Mulde oder Container mieten

Ab etwa einem Kubikmeter lohnt der Behälter. In Österreich heißt er je nach Gegend Mulde oder Container, gemeint ist dasselbe. Die folgenden Spannen gelten für sortenreinen mineralischen Bauschutt inklusive Anlieferung, einer Woche Standzeit, Abholung und Deponiegebühr im Großraum Graz. Für Baumischabfall liegen die Preise 40 bis 80 Prozent darüber.

MuldengrößePasst zuPreisrahmenungefähres Gewicht
3 m³Badezimmer entkernen, kleine Renovierung220 bis 290 €bis 4,5 t
5 m³Küche demontieren, einzelner Wohnraum320 bis 420 €bis 7,5 t
7 m³Teilsanierung einer Wohnung480 bis 620 €bis 10 t
10 m³Wohnung komplett entkernen, kleines Haus690 bis 920 €bis 15 t

Tabelle seitlich verschiebbar

Richtwerte aus Angeboten für den Großraum Graz, Stand Oktober 2026. Der tatsächliche Preis hängt an Anfahrt, Standzeit und Verschmutzungsgrad.

Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt. Erstens das Gewicht: Bauschutt wiegt 1,5 bis 1,8 Tonnen je Kubikmeter, eine 10-m³-Mulde darf aber oft nur 10 Tonnen tragen. Sie ist also voll, bevor sie voll aussieht. Zweitens der Stellplatz: Steht die Mulde auf öffentlichem Grund, braucht es in Graz eine Bewilligung für die Benützung von Straßengrund.

Der Altlastenbeitrag, den viele übersehen

Auf jede Tonne, die auf einer Deponie landet, hebt der Bund den Altlastenbeitrag ein. Seit 1. Jänner 2025 beträgt er laut Altlastenportal des Umweltbundesamts 10,60 Euro je Tonne für Bodenaushub-, Inertabfall- und Baurestmassendeponien. Auf Reststoffdeponien sind es 23,70 Euro, auf Massenabfalldeponien 34,30 Euro. Das war die erste Anpassung seit 2012 und eine Erhöhung um 15 Prozent.

Für Privatpersonen ist der Beitrag in den Tarifen der Übernahmestellen bereits enthalten, er wird dort nicht extra verrechnet. Wer gewerblich direkt auf eine Deponie liefert, findet ihn als eigene Position auf der Rechnung. Taucht in einem Angebot weder eine Deponiegebühr noch ein Entsorgungsnachweis auf, sollte man vor der Unterschrift fragen, wohin das Material tatsächlich geht.

Kostenrechner: Was kommt bei Ihrer Menge heraus

Tragen Sie Ihre geschätzte Menge ein und wählen Sie, ob das Material sortenrein ist. Der Rechner nutzt die Grazer Tarife 2026 und ein Raumgewicht von 1,6 Tonnen je Kubikmeter.

Bauschutt-Kostenrechner

Geschätztes Gewicht–
Übernahme bzw. Muldenpreis–
davon Altlastenbeitrag (im Tarif enthalten)–
Richtwert gesamt–

Annahmen: 1,6 Tonnen je Kubikmeter, Grazer Tarife 2026 (0,14 bzw. 0,35 Euro je Kilogramm). Der Altlastenbeitrag von 10,60 Euro je Tonne steckt bereits im Übernahmepreis und wird nur zur Information ausgewiesen. Muldenpreise inklusive Anlieferung, einer Woche Standzeit und Abholung. Unter 200 Kilogramm ist die Selbstanlieferung mit QR-Code um 7 Euro günstiger als jede Rechnung hier. Richtwerte ohne Gewähr, der verbindliche Preis kommt aus dem Angebot.

Welcher Weg passt zu welchem Vorhaben

Bei Keller, Dachboden und Garagen kommt ein Punkt dazu, den kein Preisblatt abbildet: der Weg nach draußen. Zwei Stockwerke ohne Lift verwandeln fünf Kubikmeter Schutt in zwei Arbeitstage. Wir übernehmen diesen Teil bei der Kellerentrümpelung und der Dachbodenentrümpelung samt Abtransport.

Bauschutt richtig trennen: fünf Regeln für die Baustelle

Asbest, Eternit und Mineralwolle: wann es gefährlich wird

Wellplatten am Gartenhaus, alte Fassadenplatten, Bodenkleber unter Linoleum und Rohrisolierungen aus den Siebzigern stehen unter Asbestverdacht. Asbestzement darf nicht in die normale Bauschuttmulde. Er muss staubdicht verpackt, getrennt transportiert und gesondert übernommen werden. Im Ressourcenpark Graz fällt er unter den Sperrmülltarif von 0,35 Euro je Kilogramm.

Achtung bei Baujahr vor 1990

Wer Eternitplatten bricht oder flext, setzt Fasern frei. Platten ganz lassen, befeuchten, in reißfeste Säcke verpacken und die Übernahmestelle vorher anrufen. Bei größeren Flächen gehört die Arbeit in die Hand einer Fachfirma mit entsprechender Ausrüstung.

Dasselbe gilt abgeschwächt für künstliche Mineralfasern. Steinwolle und Glaswolle aus der Zeit vor 1998 gelten als potenziell krebserzeugend und werden wie Sperrmüll verrechnet. Unsere Zusatzleistungen decken diese Fälle mit der passenden Schutzausrüstung ab.

Was das Gesetz in Österreich verlangt

Für Privatpersonen mit einer Mulde im Hof ändert sich wenig. Sobald ein Gebäude zurückgebaut wird, greift die Recycling-Baustoffverordnung. Laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz gilt:

Den Altlastenbeitrag schuldet nach Auskunft der steiermärkischen Abfallwirtschaft der Bauherr oder das ausführende Unternehmen. Lässt sich niemand feststellen, haftet der Grundbesitzer. Für ein Einfamilienhaus, eine Sanierung oder einen Umbau bleibt die Erkundung in der Regel außen vor, weil die 750 Tonnen nicht erreicht werden.

Häufige Fehler, die Geld kosten

Häufige Fragen zur Bauschuttentsorgung

Sortenreiner Bauschutt kostet in Graz 0,14 Euro je Kilogramm, also rund 140 Euro je Tonne. Gemischter Bauabfall kostet 0,35 Euro je Kilogramm. Der Altlastenbeitrag steckt bereits darin. Dazu kommen Transport oder Muldenmiete.

Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt je nach Material 1,5 bis 1,8 Tonnen. Reiner Beton liegt am oberen Ende, lockeres Ziegelmaterial darunter. Für eine Schätzung rechnet man mit 1,6 Tonnen je Kubikmeter.

Im Ressourcenpark Graz werden Gipskartonplatten zum Bauschutttarif übernommen. Auf anderen Deponien gilt Gips als eigene Fraktion, weil er mit Beton reagiert. Fragen Sie vor der Anlieferung bei der Übernahmestelle nach.

Auf Privatgrund nicht. Steht die Mulde auf einer Straße, einem Gehsteig oder einem öffentlichen Parkplatz, ist eine Bewilligung für die Benützung von Straßengrund nötig. Die Anmeldung übernimmt in der Regel das Muldenunternehmen.

Asbestzement muss getrennt gesammelt, staubdicht verpackt und gesondert übernommen werden. Er darf nicht in die Bauschuttmulde. In Graz wird er zum Sperrmülltarif von 0,35 Euro je Kilogramm angenommen.

Ab 750 Tonnen Gesamtabbruchmasse schreibt die Recycling-Baustoffverordnung eine Schad- und Störstofferkundung vor. Bei einem Einfamilienhaus, einer Sanierung oder einem Umbau wird diese Grenze üblicherweise nicht erreicht.

Bauschutt entsorgen lassen statt selbst fahren

Wenn der Schutt im dritten Stock liegt, der Innenhof keine Mulde zulässt oder die Zeit fehlt, übernehmen wir die Arbeit komplett: Trennen vor Ort, Abtransport, ordnungsgemäße Entsorgung und der Nachweis dafür. Das lohnt sich besonders bei einer Haushaltsauflösung oder einer Geschäftsauflösung, wo Bauschutt nur einer von mehreren Abfallströmen ist. Für ein Angebot genügen ein paar Fotos und die ungefähre Menge.

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