Eternit und Asbest entsorgen: Kosten, Pflichten und Ablauf
Robin Engelhart • 23.10.2026
Inhaltsverzeichnis
Eternit entsorgen kostet in Graz 0,35 Euro je Kilogramm, das sind rund 350 Euro je Tonne. Eine Wellplatte mit 2,5 Quadratmetern wiegt etwa 40 Kilogramm, ein Gartenhausdach mit 30 Quadratmetern bringt also rund 480 Kilogramm zusammen und kostet an der Übernahmestelle etwa 170 Euro. Teurer als das Material ist meistens der Weg dorthin, weil Asbestzement verpackt, getrennt transportiert und angemeldet werden muss.
Dieser Beitrag erklärt, woran Sie asbesthaltige Platten erkennen, wie Sie legal und sicher damit umgehen und ab wann die Arbeit in die Hand einer Fachfirma gehört.
Kurz gefasst
- Faserzement bis Baujahr 1990 enthält in Österreich mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest.
- Platten dürfen nicht gebrochen, geflext oder mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden.
- Verpackung in reißfesten Big Bags oder Folie, verschlossen und gekennzeichnet.
- In Graz läuft Asbestzement unter dem Sperrmülltarif von 0,35 Euro je Kilogramm.
- Ab 750 Tonnen Abbruchmasse ist eine Schad- und Störstofferkundung vorgeschrieben.
Woran Sie asbesthaltige Platten erkennen
Eternit ist ein Markenname für Faserzement. Bis Ende der Achtzigerjahre wurde die Faser aus Asbest gewonnen, danach stellte die Industrie auf Kunststofffasern um. In Österreich gilt als Faustregel: Platten, die vor 1990 verbaut wurden, sind asbestverdächtig.
- Baujahr prüfen, viele Platten tragen auf der Unterseite eine Prägung mit Jahr
- Wellplatten mit grauer, rauer Oberfläche und bemoosten Rändern sind typisch für die alte Ware
- Neuere Faserzementplatten sind glatter und oft durchgefärbt
- Im Zweifel eine Materialprobe durch ein Labor prüfen lassen, das kostet rund 50 bis 100 Euro
Was Sie keinesfalls tun sollten
Nicht flexen, nicht brechen, nicht mit dem Hochdruckreiniger abspritzen und nicht in die Bauschuttmulde werfen. Jede dieser Handlungen setzt Fasern frei, die über Jahrzehnte in der Lunge bleiben. Platten ganz lassen, befeuchten und verpacken.
Richtig verpacken und abgeben
- Platten befeuchten, damit kein Staub aufsteigt
- Ganz abnehmen, Schrauben ausdrehen statt Platten zu brechen
- In reißfeste Big Bags legen oder in Folie einschlagen und verschließen
- Beschriften, viele Übernahmestellen verlangen eine Kennzeichnung
- Vorher anrufen und die Anlieferung ankündigen, nicht jede Stelle nimmt Asbest an
Im Ressourcenpark Graz wird Asbestzement laut Preisblatt der Holding Graz gemeinsam mit Sperrmüll, Altholz und künstlichen Mineralfasern zum Tarif von 0,35 Euro je Kilogramm übernommen.
Was es kostet
| Objekt | Fläche | Gewicht | Übernahme | mit Abbau und Transport |
|---|---|---|---|---|
| Gartenhausdach | 30 m² | rund 480 kg | rund 170 € | 700 bis 1.200 € |
| Garagendach | 60 m² | rund 960 kg | rund 340 € | 1.200 bis 2.000 € |
| Stadeldach | 200 m² | rund 3,2 t | rund 1.120 € | 3.500 bis 6.000 € |
| Fassadenplatten | 100 m² | rund 1,6 t | rund 560 € | 2.500 bis 4.500 € |
Tabelle seitlich verschiebbar
Richtwerte für die Steiermark, Stand Oktober 2026. Übernahmepreis gerechnet mit 0,35 Euro je Kilogramm und 16 kg je Quadratmeter Wellplatte.
Die Spanne in der letzten Spalte kommt vom Dach selbst. Ein ebenerdiges Gartenhaus ist in einem halben Tag abgedeckt, ein Stadeldach in acht Metern Höhe braucht Gerüst, Sicherung und mehr Personal.
Wann eine Fachfirma übernehmen muss
Kleine Mengen am eigenen Gartenhaus dürfen Private in Österreich selbst abnehmen, solange die Platten ganz bleiben und verpackt werden. Sobald es um größere Flächen, Innenräume oder gewerbliche Arbeiten geht, gelten die Arbeitnehmerschutzvorschriften, und es braucht eine Firma mit entsprechender Ausrüstung und Unterweisung.
Beim Rückbau ganzer Gebäude kommt die Recycling-Baustoffverordnung dazu. Laut Bundesministerium ist ab 750 Tonnen Gesamtabbruchmasse eine Schad- und Störstofferkundung verpflichtend, die Unterlagen sind sieben Jahre aufzubewahren.
Häufige Fehler
- Platten flexen, um sie in die Mulde zu bekommen
- Asbestzement mit Bauschutt mischen und die ganze Fuhre verteuern
- Ohne Anmeldung zur Übernahmestelle fahren und wieder heimfahren müssen
- Ohne FFP3-Maske arbeiten, eine Stoffmaske hilft hier nichts
- Die Platten jahrelang hinter dem Haus stapeln, statt sie zu entsorgen
Häufige Fragen
Was kostet die Entsorgung von Eternit?
An der Übernahmestelle in Graz 0,35 Euro je Kilogramm, also rund 170 Euro für ein Gartenhausdach mit 30 Quadratmetern. Mit Abbau, Verpackung und Transport liegt derselbe Auftrag bei 700 bis 1.200 Euro.
Darf ich Eternit selbst abnehmen?
Bei kleinen Mengen am eigenen Objekt ja, solange die Platten ganz bleiben, befeuchtet und verpackt werden. Für größere Flächen, Innenräume und gewerbliche Arbeiten braucht es eine Fachfirma.
Wie erkenne ich, ob Asbest enthalten ist?
Als Faustregel gilt Baujahr vor 1990. Viele Platten tragen auf der Unterseite eine Prägung mit Jahr. Sicherheit bringt nur eine Materialprobe im Labor, die 50 bis 100 Euro kostet.
Wie muss Eternit verpackt werden?
In reißfesten Big Bags oder in Folie eingeschlagen, verschlossen und gekennzeichnet. Lose Platten auf dem Anhänger nimmt keine Übernahmestelle an.
Darf Eternit in die Bauschuttmulde?
Nein. Asbestzement ist eine eigene Fraktion. Landet er in der Bauschuttmulde, wird die gesamte Fuhre umgestuft und die Entsorgung wird deutlich teurer.
Übernehmen Sie Abbau und Entsorgung?
Für Dächer und Fassaden arbeiten wir mit Fachbetrieben zusammen, die die Platten abnehmen und verpacken. Transport, Entsorgung und Nachweis laufen über uns.
Eternit abbauen lassen
Wenn das Dach vom Gartenhaus oder der Stadel dran ist, sehen wir uns die Fläche an und nennen einen Festpreis für Abbau, Verpackung, Transport und Entsorgung. Für eine erste Einschätzung genügen Fotos und die ungefähren Quadratmeter.
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