PV-Module entsorgen in Österreich: Wohin damit und was es kostet

Robin Engelhart • 02.11.2026

Inhaltsverzeichnis

Ausgebaute Photovoltaik-Module auf einer Palette in einer Garage, daneben ein aufgerolltes Solarkabel

PV-Module entsorgen ist in Österreich für alle Module kostenlos, die nach dem 30. Juni 2014 in Verkehr gesetzt wurden: Der Hersteller oder Importeur muss sie zumindest unentgeltlich zurücknehmen. Ältere Module nimmt er nur zurück, wenn neue an ihre Stelle kommen. Ohne Austausch zahlt der Besitzer, ein Altstoffsammelzentrum in Oberösterreich verlangt dafür 0,50 Euro je Kilogramm, bei einem Modul mit 20 Kilogramm also rund 10 Euro.

Der Text richtet sich an Hausbesitzer in Graz und der Steiermark, die eine alte Anlage abbauen lassen oder beim Ausräumen auf gestapelte Module stoßen. Er klärt, warum das Altstoffsammelzentrum die Module ablehnen darf und welche Stelle sie stattdessen nimmt.

Kurz gefasst

PV-Module gelten als Gewerbegeräte, auch auf dem Wohnhaus

PV-Module fallen seit 1. Juli 2014 unter die Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) und gelten dort als Geräte für gewerbliche Zwecke, auch wenn sie auf einem Einfamilienhaus montiert waren. Die Elektroaltgeräteverordnung im Rechtsinformationssystem sagt es wörtlich: Photovoltaikmodule gelten nicht als Elektro- und Elektronikgeräte für private Haushalte.

Altstoffsammelzentren sind für Haushaltsgeräte eingerichtet und müssen PV-Module deshalb nicht übernehmen. So steht es im Merkblatt der Wirtschaftskammer zur Rücknahme von PV-Modulen. Manche Gemeinden und Abfallverbände nehmen Module trotzdem an, oft nur an einem Standort im Bezirk und gegen Gebühr.

Für steckerfertige Balkonkraftwerke gilt dasselbe. Eine Umstufung zu Haushaltsgeräten stand 2025 im Entwurf einer Novelle. Die im Juli 2026 kundgemachte EAG-VO-Novelle 2026 enthält sie nicht.

Wer alte PV-Module kostenlos zurücknehmen muss

Module, die nach dem 30. Juni 2014 in Österreich in Verkehr gesetzt wurden, muss deren Hersteller oder Importeur zumindest unentgeltlich zurücknehmen, so regelt es § 10 EAG-VO. Ältere Module nimmt der Hersteller der neuen Module beim Austausch mit. Werden alte Module bloß abgebaut, zahlt der Besitzer die Entsorgung, ebenso wenn der Hersteller nicht mehr greifbar ist.

Als Hersteller zählt auch, wer Module aus dem Ausland bezieht und hier verkauft, oft also der Elektrotechniker, der die Anlage gebaut hat. Rufen Sie zuerst diesen Betrieb an und halten Sie Rechnung und Typenschild bereit.

FallWohinKosten
Modul ab 1. Juli 2014 in Verkehr gesetztHersteller oder Importeur, meist über den Errichterkostenlos
Modul vor Juli 2014, wird durch neues ersetztHersteller der neuen Modulekostenlos
Modul vor Juli 2014, nur AbbauEntsorgungsbetrieb oder ASZ mit freiwilliger AnnahmeBesitzer zahlt, Richtwert 0,50 €/kg
Hersteller nicht mehr greifbarSammelstelle nach AnmeldungBesitzer zahlt, Preis vorab erfragen
Modul funktioniert nochVerkauf oder WeitergabeErlös statt Kosten
Abmontierte Module bei einer RäumungAbholung durch die Entrümpelungsfirmaim Festpreis

Tabelle seitlich verschiebbar

Quellen: § 10 EAG-VO in der Fassung BGBl. II Nr. 218/2026, WKO-Merkblatt Stand Juli 2025, Preisliste ASZ Bezirk Schärding ab 1. September 2025. Stand November 2026.

Sammelstellen für PV-Module in Graz und der Steiermark

In der Steiermark nehmen drei Sammelstellen des Sammel- und Verwertungssystems ERP alte PV-Module an, eine davon in Unterpremstätten südlich von Graz. Laut Liste der ERP-Sammelstellen für Photovoltaikmodule geht die Anlieferung nur nach vorheriger Anmeldung. Dabei klärt sich auch, ob für Ihre Module etwas zu zahlen ist.

SammelstelleAdresseTelefon
Saubermacher Dienstleistungs AGAm Damm 50, 8141 Unterpremstätten059/800 5000
Energie AG Umwelt ServiceFlöcking 236, 8200 Ludersdorf-Wilfersdorf050/283-310
Energie AG Umwelt ServiceZauchen 156, 8983 Bad Mitterndorf050/283-300
Ressourcenpark Graz, nur nach RückfrageSturzgasse 5, 8020 Graz0316/887-7272

Tabelle seitlich verschiebbar

Quellen: ERP Austria, Sammelstellen für Photovoltaikmodule, Stand Juli 2025; Holding Graz, Preisblatt Ressourcenpark 2026.

Das steirische Entsorgungsunternehmen Saubermacher nimmt ausgediente PV-Module an allen eigenen Standorten an. Für Privatpersonen ist das laut Unternehmen in der Regel kostenlos, ein allfälliger Kostenbeitrag wird vorab genannt.

Der Ressourcenpark Graz nimmt Elektroaltgeräte aus Grazer Haushalten gratis an, Gewerbegeräte schließt die Betriebsordnung aus. PV-Module stehen nicht auf dem Preisblatt 2026. Fragen Sie vorher beim Kundenservice der Holding Graz unter 0316 887-7272 nach, Montag bis Donnerstag von 7 bis 15 Uhr, Freitag bis 13 Uhr. In den übrigen steirischen Gemeinden klärt ein Anruf beim Abfallwirtschaftsverband, ob das ASZ Module nimmt.

Was PV-Module entsorgen in Österreich kostet

Wer alte Module selbst entsorgen muss, zahlt meist nach Gewicht, und ein Standardmodul wiegt 18 bis 22 Kilogramm. Ein öffentlich ausgewiesener Tarif kommt aus Oberösterreich: Das Altstoffsammelzentrum Andorf im Bezirk Schärding verlangt 0,50 Euro je Kilogramm, gültig seit 1. September 2025. Als Richtwert heißt das:

Für die Steiermark ist bis November 2026 kein veröffentlichter Tarif bekannt, fragen Sie deshalb vor dem Aufladen beim Entsorger nach. Teurer als die Entsorgung ist oft der Abbau mit Gerüst und Elektrotechniker.

Montageschienen aus Aluminium und alte Kabel sind Altmetall und bringen beim Schrotthändler Geld. Den Rahmen am Modul lassen Sie dran. Ein Batteriespeicher zählt als Industriebatterie, ihn nimmt der Hersteller zurück. Kleine Akkus aus dem Haushalt gehören dagegen zu den Problemstoffen, die Sie gratis abgeben.

Abbau vom Dach und gebrochene Module

Eine PV-Anlage auf dem Dach arbeitet mit Gleichspannung von mehreren hundert Volt, deshalb gehören Netztrennung und Abbau zu einem Elektrotechniker oder PV-Fachbetrieb. Auch ein abgestecktes Modul erzeugt Strom, sobald Licht darauf fällt. Lagern Sie Module flach auf einer Palette unter Dach und decken Sie den Stapel lichtdicht ab.

Gebrochenes Glas verhindert die Abgabe nicht, Saubermacher übernimmt auch Module mit zersprungener Oberfläche. Tragen Sie feste Handschuhe und kleben Sie lose Splitter ab. Dünnschichtmodule mit Cadmium gelten als gefährlicher Abfall, melden Sie diese beim Entsorger vorher an.

Kommt mit den Modulen ein altes Wellplattendach herunter, gelten für die Platten eigene Regeln, siehe Eternit und Asbest entsorgen.

Fehler, die Geld kosten

Funktionierende Module weiterverwenden oder verkaufen

Viele ausgemusterte Module liefern noch 80 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung und haben als Gebrauchtware einen Wert, etwa für Gartenhaus oder Wohnwagen. Geben Sie im Inserat Hersteller, Typ, Nennleistung in Watt peak und Baujahr an, ein Foto vom Typenschild spart Rückfragen.

Was im Modul steckt und was recycelt wird

Glas und Metall machen nach Angaben des Klimaschutzministeriums 80 bis 90 Prozent der Masse eines Moduls aus. Die EAG-VO schreibt für PV-Module eine Verwertungsquote von 85 Prozent und eine Recyclingquote von 80 Prozent vor.

Wann sich die Abholung durch Robins rechnet

Die Abholung rechnet sich, sobald die Module Teil einer größeren Räumung sind und eine eigene Fahrt mit 20 Modulen und rund 400 Kilogramm zur Sammelstelle wegfällt. Dafür sprechen diese Punkte:

Wir nehmen abmontierte PV-Module im Zuge einer Räumung mit, tragen sie aus Keller oder Garage und entsorgen sie getrennt vom übrigen Hausrat. Den Abbau vom Dach erledigt vorher der Elektrotechniker. Nach einer kostenlosen Besichtigung nennen wir einen Festpreis mit Anfahrt in der ganzen Steiermark, Altmetall wird dabei bewertet und angerechnet. Mehr dazu unter Zusatzleistungen und Dachbodenentrümpelung.

Häufige Fragen

Nur wenn das ASZ sie freiwillig annimmt. PV-Module gelten nach der Elektroaltgeräteverordnung als Gewerbegeräte, Altstoffsammelzentren müssen sie nicht übernehmen. Fragen Sie vorher beim Abfallwirtschaftsverband nach.

Für Module ab Juli 2014 nichts, der Hersteller oder Importeur muss sie zurücknehmen. Bei älteren Modulen ohne Austausch zahlen Sie selbst, ein ASZ in Oberösterreich verlangt 0,50 Euro je Kilogramm, also rund 10 Euro je Modul.

Rufen Sie zuerst den Betrieb an, der die Anlage gebaut hat, und halten Sie Rechnung und Typenschild bereit. Ist er nicht mehr greifbar, nimmt in der Steiermark eine ERP-Sammelstelle die Module nach Anmeldung.

Funktionierende Module lassen sich verkaufen oder weiterverwenden, viele liefern noch 80 bis 90 Prozent ihrer Leistung. Defekte Module gehen ins Recycling, wo vor allem Glas und Aluminium zurückgewonnen werden.

Darauf gibt es keine feste Zusage, fragen Sie vorher nach. Der Ressourcenpark nimmt Elektroaltgeräte aus Grazer Haushalten an und schließt Gewerbegeräte aus, zu denen PV-Module rechtlich zählen. Auskunft gibt die Holding Graz unter 0316 887-7272.

Nein, auch steckerfertige Module zählen weiterhin als Gewerbegeräte. Die 2025 diskutierte Umstufung zu Haushaltsgeräten steht nicht in der EAG-VO-Novelle 2026. Module ab Juli 2014 nimmt der Hersteller oder Importeur kostenlos zurück.

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